Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg - Prof. Eric Rouiller

Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg

Professor Rouiller – Unit of Physiology and Program in Neurosciences an der Wissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg – führt seit Jahrzehnten viele Tierversuche an Nagetieren, Katzen und Affen durch, die mit öffentlichen Geldern finanziert wurden und immer noch werden.
Wir erinnern daran, dass Prof. Rouiller Mitglied der kantonalen Kontrollkommission und auch Mitglied des wissenschaftlichen Komitees des Schweizer Nationalfonds ist.
Es ist somit in der Schweiz möglich, dass ein Tierexperimentator sowohl Mitglied eines Fonds ist, der über die Finanzierung seiner Tierversuche bestimmt, als auch Mitglied der Kommission, die (seine eigenen) Tierversuche kontrolliert.
Das verstösst gegen jegliche Ethik in der heutigen modernen Demokratie!


Wir hoffen, dass unsere Dossiers, der Aktionstag mit grosser Demonstration (ZuGeTiVe, www.zugetive.ch, organisiert von der AG STG, der ATRA und der LSCV) vom 19. September 2009 in Freiburg und letztendlich das Medieninteresse dank den verschiedenen Aktionen und Initiativen einen Beitrag leisten, um das Massaker zu stoppen.

Massimo Tettamanti von ATRA (www.atra.info) hat eine detaillierte Ansammlung von Informationen zusammengestellt, um besser zu vermitteln, was hinter den geschlossenen Türen – in den Laboren von Professor Rouiller an der Universität von Freiburg – geschieht.
Um den Bericht «emotional lesbar» zu machen, verzichten wir auf die Schilderungen der einzelnen grausamen Tierversuche.

Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg - Zwischen den 
Versuchen werden die Katzen in Boxen gesperrt
1985
Die Universität betrifft Lausanne und nicht Freiburg, doch der Vivisektor (Tierexperimentator) ist derselbe. Prof. Rouiller führt Tierversuche durch und tötet Katzen. Er veröffentlicht dieselben Ergebnisse in fast identischer Weise in zwei verschiedenen Zeitschriften und füllt somit seinen Lebenslauf. Normalerweise akzeptieren wissenschaftliche Zeitschriften Arbeiten nur, wenn sie in keiner anderen Zeitschrift veröffentlicht wurden. Demzufolge scheint es, dass er beiden erklärte, dass die Studie spezifisch für die einzelne Zeitschrift bestimmt war [1-2].

1986
Es handelt sich immer um die Durchführung von Tierversuchen und die Tötung von Katzen. Und erneut erscheint eine Veröffentlichung mit fast identischen Ergebnissen wie bei der vorhergehenden Untersuchung, die Teil des Forschungsbereiches namens Grundlagenforschung ist. Die Grundlagenforschung muss keine therapeutischen Informationen für den Menschen liefern [3].

1989 1993
In den folgenden Jahren werden nicht nur Katzen Opfer von Prof. Rouiller, sondern auch Ratten. Es handelt sich immer um Forschungen, die keine therapeutischen Informationen für den Menschen liefern müssen. Diese Tierversuche wurden sowohl in der Universität von Lausanne wie auch in der Universität von Freiburg durchgeführt [4-24].

1994
Es beginnen die ersten Veröffentlichungen über Primaten. Es scheint, dass drei Makaken (Macaca fascicularis) zum ersten Mal Opfer von Prof. Rouiller wurden. Rouiller scheint sehr gut darin zu sein, seinen Lebenslauf aufzufüllen, denn die Ergebnisse erscheinen wieder fast identisch in verschiedenen Zeitschriften [25-27].
Sein Lebenslauf enthält praktisch mehr Veröffentlichungen als erzielte Ergebnisse, unabhängig davon, dass die erzielten Ergebnisse keine therapeutischen Informationen für die Menschheit liefern.

1995 1999
Das Massaker geht weiter. Ohne alle Einzelheiten anzugeben (auf Anfrage erhältlich), werden 2 Tierversuche an Katzen, 11 an Ratten und 11 an Affen durchgeführt. Besonders ist darauf hinzuweisen, dass:
  • a)    Prof. Rouiller in einer Arbeit festhält, dass die Ergebnisse bei Ratten und Katzen ähnlich sind und den Ergebnissen bei Affen gegenübergestellt werden können [28].
  • b)    auch wenn der Professor entschied, von In-vitro-Methoden Gebrauch zu machen, er doch lieber Versuchstiere zur Gewebeentnahme tötet, anstatt menschliches Gewebe aus den zahlreichen Gewebebanken zu verwenden [29].

2000
Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg - Auch Katzen 
werden oft für neurologische Tierversuche eingesetzt
Während er weiterhin Tierversuche mit Affen durchführt [30], veröffentlicht Prof. Rouiller einen Artikel, in dem die Unterschiede zwischen den Tierrassen zum Vorschein gebracht werden. Der Artikel besagt, dass, wenn zahlreiche Tiere verschiedener Rassen für Versuchszwecke gebraucht werden, die Ergebnisse vollkommen unterschiedlich sind [31]. Hierbei wurde das Wichtigste vergessen – die logische Konsequenz! D. h., der Mensch, dessen Nervensystem anders als das der Tiere ist, kann keine therapeutischen Vorteile aus der Vivisektion ziehen.

2001 2002
Obwohl Rouiller weiss, dass jede Tierrasse über andere Charakteristiken verfügt, macht er mit den Tierversuchen an Ratten [32], Meerschweinchen [33] und Affen [34-37] weiter. Hierzu benutzt er wie immer öffentliche Gelder.

2003
Ein Jahr der Widersprüche. Prof. Rouiller veröffentlicht fünf Arbeiten. In einer davon führt er die Experimente mit den Makaken weiter [38], in zwei anderen Experimenten verwendet er Gewebekulturen. Obwohl bereits menschliches Gewebe zur Verfügung steht, beharrt er auf Gewebe von Tieren, was die Tötung von Versuchstieren verursacht [39-40]. In einem weiteren Experiment verwendet er weiterhin Ratten [41]. Doch was dramatisch ist, sind die Worte, die er im 5. Artikel verwendet, wo er anerkennt, dass die Fortschritte, die im Forschungsbereich der Neurologie erzielt wurden, auf Studien am Menschen zurückzuführen sind [42].
Um die Fortschritte der letzten Jahre (während er selbst mit der Vivisektion beschäftigt war) zu erläutern, erklärt er: «Die grossen Fortschritte am Menschen in diesem Bereich, sind auf die grossartigen Entwicklungen von nicht invasiven Techniken für Visualisierung und Stimulation des Gehirns zurückzuführen.»

Im Jahr 2003 behauptet somit Professor Rouiller selbst, dass die Forschungsfortschritte auf innovative Methoden zurückzuführen sind, die in der Lage sind, Reaktionen des menschlichen Nervensystems direkt am Menschen zu messen (und somit ohne irgendein Leid zu verursachen).

2004 2006
Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg - In kleine Käfige 
eingepfercht, «warten» die Ratten auf die grausamen Experimente
Im Jahr 2004 veröffentlicht eine Experten-Ärztegruppe einen Artikel gegen die Vivisektion. Also genau diejenigen Wissenschaftler, die die Ergebnisse von den Vivisektoren mitgeteilt bekommen, um sie auf den Menschen zu übertragen, erklärten, dass die Vivisektion zwecklos sei und es notwendig sei, detaillierte Analysen durchzuführen, um zu verstehen, ob die Vivisektion eine Wissenschaft ist oder nur eine Verschwendung öffentlicher Gelder [43].

Die Forscher analysierten für ihre Studie mehrere hundert Veröffentlichungen von Tierversuchsstudien.

In ihrer Studie erklären sie:
«Viele Mediziner sowie die Öffentlichkeit gehen davon aus, dass Tierversuche einen Beitrag zur Behandlung menschlicher Krankheiten geleistet haben. Doch es existieren nur wenige Beweise, die diese Behauptung bestätigen. Es stehen sehr wenige Methoden zur Verfügung, um die Anwendung der Grundlagenforschung mit Tierversuchen und deren klinische Wichtigkeit zu messen. Aus diesem Grund ist der Beitrag für die Behandlung von Kranken unklar. Als Rechtfertigungen für Tierversuche werden häufig anekdotische Beweise oder einfache Behauptungen benutzt. Es wird beispielsweise behauptet, dass die Notwendigkeit, Tierversuche durchzuführen, «absolut offensichtlich» sei oder dass Tierversuche eine wichtige Forschungsmethode seien, die sich «mit der Zeit» als wirksam erwiesen habe. Solche Behauptungen sind keine gültigen Beweise, um die Wirksamkeit in einem solch kontroversen Forschungsbereich aufzuzeigen. Wir sind davon  überzeugt, dass eine systematische Überprüfung der jetzigen und zukünftigen Forschungen notwendig ist.»

Diejenigen Wissenschaftler, die nützliche Therapien für den Menschen entwickeln wollen, erklären zudem, dass:
  • a)    für die Forscher die Vivisektion unglaubwürdig ist. Deshalb führen sie noch während der Testphase mit Tieren bereits Versuche am Menschen durch.
  • b)    auch wenn die Ergebnisse anhand von Tierversuchen zeigen, dass eine Therapie sich eher schädigend auswirke, man bereits mit der Testphase mit Menschen beginne, da den Tierversuchen nur wenig Glaubwürdigkeit geschenkt wird.
Trotz der Anerkennung, dass die wahre Wissenschaft keine Tiere mit einbezieht, dass wissenschaftliche Methoden ohne Tiere existieren und dass jede Tierrasse anders reagiert, erhält Rouiller weiterhin öffentliche Gelder und die Genehmigung der Kontrollkommissionen, um weiterhin Tierversuche an Ratten und hauptsächlich an Affen durchzuführen [44-53].

2007Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg - Immer noch werden
 sehr viele Ratten in Tierversuchen eingesetzt (Schweiz 2009: 128 807 
Ratten)
Verschiedene Universitäten (darunter sieben amerikanische, eine englische und eine spanische) veröffentlichen einen Artikel in der Zeitschrift «Nature Medicine» [54], der besagt, dass es einen wichtigen Unterschied zwischen dem Nervensystem von Nagetieren und dem Nervensystem von Menschen gibt (u.a. in Bezug auf Dimension, Neuroanatomie, Neurophysiologie).
Aufgrund dieser Tatsache, erläutert der Artikel, haben die Studien an Nagetieren keinen Aussagewert im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers bei Verletzungen, Krankheiten, Behandlungen und Therapien.
Das Verrückte dabei ist: Zu den Autoren des Artikels zählt auch das Physiologische Institut der Universität Freiburg, namentlich Prof. Rouiller.
Fassen wir zusammen:
  • Prof Rouiller führt seit Jahren unzählige Tierversuche an Nagetieren durch.
  • Infolge der Durchführung all dieser Tierversuche veröffentlicht er verschiedene Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften.
  • Mit der Veröffentlichung dieser verschiedenen Artikel in den wissenschaftlichen Zeitschriften gewinnt sein Lebenslauf von Jahr zu Jahr an Bedeutung.
  • Dank seinem Lebenslauf wird er Mitglied des Schweizerischen Nationalfonds (der viele Projekte der Vivisektion finanziert) und der kantonalen Tierversuchskommission (die die Vivisektion eigentlich kontrollieren müsste).
  • 2007 nimmt er an einer Veröffentlichung teil, wo erläutert wird, dass der Gebrauch von Nagetieren in der Vivisektion keine nützlichen Informationen für den Menschen liefert. Doch statt dass er veranlasst, alle Fonds, die er für die Vivisektion erhalten hat, zurückzubezahlen bzw. zu kündigen, gewinnen sein Lebenslauf und seine Position immer mehr an Bedeutung.
Ausser dem genannten Artikel, wo Rouiller selbst erklärt, dass die Ergebnisse aus den Tierstudien, die er selbst seit vielen Jahren durchführt, nicht auf den Menschen übertragbar sind, veröffentlicht er noch zwei weitere Artikel. In beiden Fällen handelt es sich jedoch nicht um Nagetiere, sondern um Affen.
Das Vorhaben von Prof. Rouiller sind somit Tierversuche an Makaken, da sie dem Menschen ähnlicher sind als Nagetiere.

2008
Prof. Rouiller macht, immer noch finanziert mit Unsummen aus der Staatskasse, mit den Tierversuchen an Affen weiter [55-56].

2009

Es erscheint sein Artikel über seine Affenversuche [57], der letzte, den wir gefunden haben. Doch wir können nicht versichern, dass wir alle Artikel von Rouiller ausfindig machen konnten, und wir wissen auch nicht hundertprozentig, ob er noch mehr Tierversuche durchgeführt hat.
Während seine Tierversuche und die Tötung von Affen weitergehen, gibt es immer mehr Stimmen aus der Wissenschaft, die diese spezifischen Experimente verurteilen.
Im Speziellen handelt es sich um zwei Artikel, die sich besonders mit dem Thema Affenversuche befassen und aufzeigen, dass nicht nur Tierschutzvereinigungen, sondern auch verschiedene Forscher weltweit der Meinung sind, dass der Gebrauch von Affen für Neurowissenschaften (wie die von Prof. Rouiller) absolut nutzlos ist.
Der erste dieser zwei Artikel [58] erschien im Januar in derselben Zeitschrift («Cerebral Cortex»), die auch Artikel von Prof. Rouiller veröffentlicht hatte.
Dr. Markus Deutsch von der Vereinigung Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz in der Medizin hat diesen Artikel in einem Bericht in der Zeitschrift der Ligue suisse contre la vivisection [59] analysiert.
Der Bericht betont, dass die besten Ergebnisse aus wissenschaftlicher Sicht durch Imaging-Techniken direkt am Menschen erzielt werden.
Zur Erinnerung: Weiter vorne im Bericht haben wir hervorgehoben, dass Prof. Rouiller bereits im Jahre 2003 anerkannte, dass wissenschaftliche Fortschritte im Bereich der Neurologie dank den Experimenten am Menschen erzielt wurden [42].

Dr. Deutsch erklärt weshalb und erläutert die Vorteile nicht invasiver Techniken bei Experimenten am Menschen:
  • Es erweist sich als nutzlos, Affen zu lähmen und zu töten.
  • Man erzielt die Ergebnisse direkt am Menschen. Das Übertragen der unsicheren Ergebnisse aus Tierversuchen mit Affen wird somit vermieden.
  • Man arbeitet an realen und nicht an künstlich verursachten Verletzungen. Die Einschnitte, die von Prof. Rouiller durchgeführt werden, zeigen grosse Differenzen im Vergleich zu echten Verletzungen am Menschen, die durch andere Arten von Wunden charakterisiert sind.
Absurde Wissenschaft - Vivisektion in Freiburg - Dass in den 
Schreckenslaboren auch Junge gezüchtet werden können, soll als Beweis 
gelten, dass sich die Tiere wohl fühlen ...Der erste Artikel besagt somit klar, dass die beste Forschung am Menschen und nicht an Tieren durchgeführt wird.
Der zweite Artikel, der in der Zeitschrift ATLA (der wichtigsten Zeitschrift über «Alternativmethoden» zu Tierversuchen) veröffentlicht wurde, erklärt sogar, dass die Versuche an Affen vollkommen nutzlos sind, wenn es generell den neurologischen Bereich betrifft und besonders die Verletzungen der Wirbelsäule [60].
Die im Artikel zitierte Studie wurde von der wissenschaftlichen Gruppe Physicians Committee for the Responsible Medicine, Washington, USA, durchgeführt. Sie zeigt, dass sich immer mehr Wissenschaftler gegen die Vivisektion stellen [61-65]. Der Grund hierfür sind u.a. die Unterschiede der Spezies und die schlechte wissenschaftliche Qualität der Arbeiten, die den Gebrauch von Tieren vorsehen.

Die Autoren verweisen auf sehr viele Tierversuchs-Studien, die genau im selben spezifischen Bereich wie diejenigen von Prof. Rouiller gemacht wurden. Die Autoren analysierten 3293 Studien.
Diese Forschungsarbeit zeigt auf:
  • dass es nicht möglich ist, Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen zu übertragen.
  • dass unterschiedliche Ergebnisse bei unterschiedlichen Tierrassen erzielt wurden. Zudem: Aufgrund von weiteren Faktoren wurden unterschiedliche Ergebnisse auch bei derselben Tierrasse erzielt.
  • dass die Qualität der Forschung oft sehr schlecht ist. Dies erweckt den Anschein, dass selbst für Forscher, die Tierversuche ausführen, Tierversuche nicht sehr glaubwürdig sind. Die Tierversuchs-Studien selbst verlieren bereits dadurch oft schon ihren Wert.
  • dass es keine Standardmethoden gibt. Jeder Vivisektor hat seine eigene, zumeist willkürliche Vorgehensweise.
  • dass auch bei bester Kontrolle der ausschlaggebende Punkt ist, dass der Gebrauch von Tieren die wissenschaftliche Qualität verhindert.
  • dass die aus Tierversuchen erzielten Ergebnisse nicht dafür verwendet werden, die Behandlung von Patienten zu verbessern.
  • dass es absolut notwendig ist, die wissenschaftliche Forschung in eine andere Richtung zu leiten, nämlich in die Richtung tierversuchsfreier Forschungsmethoden, die keine Tiere gebrauchen und die beweisen, dass sie dem Menschen Nutzen bringen.
Gestützt auf all diese Informationen bitten wir diejenigen, die die Aufgabe haben, unsere Steuergelder zur Verfügung zu stellen, dafür zu sorgen, dass solch grausame und veraltete Forschungsmethoden an Tieren nicht mehr finanziert werden. Um Experimente wie die von Prof. Rouiller zu ersetzen, stehen bereits viele innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden zur Verfügung. Wenn der Wille da ist, können diese grausamen Methoden somit endlich der Vergangenheit angehören.

Massimo Tettamanti
wissenschaftlicher Berater von ATRA
http://www.atra.info

Das Quellenverzeichnis finden Sie unter www.agstg.ch/quellen.html

 

Korrupte Medizin - Die Krankheitserfinder oder Der Angriff auf die Gesunden

Korrupte Medizin - Die Krankheitserfinder oder Der Angriff auf die Gesunden

Sind Sie manchmal tagsüber etwas müde? Haben Sie manchmal weniger Hunger? Sind Sie zwischendurch mal nervös? Schlafen Sie nicht immer durch in der Nacht? Können Sie sich nicht immer gut konzentrieren? Vergessen Sie manchmal etwas? Haben Sie manchmal schlechte Laune? Sind Sie nicht immer glücklich und zufrieden? Haben Sie schon mal gedacht, dass Sie früher glücklicher waren?
Dann sollten Sie unbedingt sofort zum Arzt gehen, denn dann sind Sie krank! Ihr Mediziner wird dann schon eine passende und behandelbare Krankheit für Sie finden. Denn wie sagt eine alte Medizinerweisheit: Ein gesunder Mensch ist ein Kranker, der nur noch nicht genügend untersucht wurde.


In den letzten Jahren sind alle Menschen «krank» geworden. Sie leiden an Krankheiten wie Bluthochdruck, zu viel Cholesterin, Diabetes, ADHS, Osteoporose, Potenzschwäche, Fettleibigkeit, Schüchternheit und vielen weiteren. Alle Menschen sind «krank», und gegen all diese Krankheiten gibt es Medikamente und/oder Therapien.
Und wer dann doch noch gesund ist, also durch den engmaschigen Krankheitsfahndungs-Raster fällt, für den werden milde Symptome von harmlosen Krankheiten oder gutartigen Leiden zu gefährlichen Krankheiten hochstilisiert. Noch nicht genug? Die natürlichsten Prozesse im Leben eines Menschen werden immer mehr als behandelbare Krankheiten betrachtet. Dies sind z.B. Pubertät, Kinderlosigkeit, Schwangerschaft, Geburt, die Tage vor der Periode, die Menstruation und natürlich die Wechseljahre von Frauen und Männern.

Hinzu kommen noch all die Krankheiten, die dem Drang nach optischer «Perfektion» folgen. Was eigentlich als normal gilt – also das individuelle persönliche Aussehen –, damit haben heutzutage immer mehr Menschen Probleme. Entweder lassen sie sich deswegen auf Kosten der Krankenkasse psychologisch behandeln oder, was momentan noch öfters selbst bezahlt werden muss, alles Mögliche operativ «korrigieren». Solche Krankheiten heissen Falten bzw. Altern, Tränensäcke, Glatze, Sommersprossen, Segelohren, graues Haar, Orangenhaut, zu grosse oder zu kleine Geschlechtsmerkmale (bei Männern und Frauen) und so weiter.

Eines haben diese natürlichen Merkmale und meist ungefährlichen Beschwerden und Leiden, die neuerdings als Krankheiten bezeichnet werden, gemeinsam. Sie treiben die Gesundheits- bzw. die Krankheitskosten immer schneller in die Höhe (da sie immer öfter von Krankenkassen bezahlt werden müssen). So werden jährlich Milliarden an Kosten für Arztbesuche, Therapien und Medikamente verursacht. Diese Milliarden fehlen deshalb für die Erforschung von Therapien und Heilungen für wirkliche Krankheiten (wie z.B. für die klinische Forschung, die am meisten medizinischen Fortschritt bringt). Auch geht das Verständnis für wirklich Kranke immer mehr verloren, wenn jeder «krank» ist und vielleicht sogar noch Mitleid erwartet. Aber die Pharmakonzerne reiben sich die Hände ob dem Verhalten der Menschen, das von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) gefördert wird, indem sie Gesundheit in etwa als völliges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden definiert hat. Diese Entwicklung ist verheerend. Denn wenn dies so weitergeht, dann entwickelt sich die Medizin immer mehr zum Feind der Gesundheit.

Australische Pharmakologen haben im «British Medical Journal» die fünf wesentlichen «Spielarten» der Krankheitserfinder beschrieben. Diese sind:
  • Normale Prozesse des Lebens werden als medizinisches Problem verkauft
  • Persönliche und soziale Probleme werden als medizinisches Problem bezeichnet
  • Risiken werden zu Krankheiten erklärt
  • Seltene Symptome werden als grassierende Seuchen dargestellt
  • Leichte Symptome werden als Vorboten schwerer Leiden verkauft

Wie man erfundene Krankheiten unters Volk mischt

Korrupte Medizin - Medizinerkongresse werden oft dazu missbraucht, Ärzte davon zu überzeugen, dass es sich bei einer harmlosen Krankheit um eine gefährliche Pandemie handelt
Medizinerkongresse werden oft dazu missbraucht, Ärzte davon zu überzeugen, dass es sich bei einer harmlosen Krankheit um eine gefährliche Pandemie handelt
Der wichtigste Grund, sich vom Wohlfühlen des Gesundseins zu verabschieden, ist das unkritische Lesen bzw. Ansehen von sogenannten Gesundheitsbeiträgen. Denn der einfachste Patient ist immer noch der, der sich («wie von selbst») eine Krankheit einreden lässt. Dass diese Berichte meistens bezahlte Werbungen von Pharmafirmen sind, haben wir im ersten Bericht zu «Korrupte Medizin» (siehe «Albatros» Nr. 27) bereits aufgezeigt. Kurz zusammengefasst läuft dies wie folgt ab: Um eine neue «Krankheit» zu etablieren, wird von einer Pharmafirma ein Heer von PR-Unternehmen, Werbeagenturen, Meinungsforschungsinstituten, korrupten Medizinprofessoren und sogenannten Wissenschaftsjournalisten bearbeitet. Deren Aufgabe ist es dann, eine erfundene Krankheit oder ein längst bekanntes (meist harmloses) Leiden (wogegen die Pharmafirma ein neues Medikament verkaufen will – das Medikament kommt also oft vor der Krankheit) als sehr ernst zu nehmende Krankheit zu etablieren. Dazu veröffentlichen sie Gesundheitsberichte u.v.m. in den diversen Medien.

Sehr wichtig ist natürlich die Mund-zu-Mund-Propaganda von Menschen, die diesen Pseudokrankheiten bereits zum Opfer gefallen sind. Diese Menschen wollen Anerkennung für ihr Leiden und helfen so mit, dass ihre «Krankheit» immer bekannter wird. Auch immer mehr sogenannte Non-Profit-Stiftungen und Selbsthilfegruppen, oft auch von der Pharmalobby gesponsert, werden gegründet, die unter dem Deckmantel der Hilfe gesunden Menschen mit leichten Beschwerden einreden, dass sie krank seien.
Ganz besonders hinterhältig sind Umfragen und sogenannte Selbstausfüllbogen zur Feststellung, ob Sie unter dieser oder jener Krankheit leiden. Geschickt gestellte Fragen wie im Einleitungstext haben einzig das Ziel, Ihnen eine Krankheit einzureden. Wir auf jeden Fall haben alle diese Fragen mit Ja beantwortet – fühlen uns aber «trotzdem» gesund.
Nun, auch wenn Sie gegen die genannte und weitere Marketingpropaganda immun sein sollten, dann bleibt immer noch Ihr Arzt. Dieser kann Sie von einer Krankheit überzeugen oder, sofern er ein seriöser und kritischer Arzt ist, Sie davon überzeugen, dass Sie sich weiterhin wohl fühlen dürfen, da Sie gesund sind.


Wie «über Nacht» plötzlich alle Menschen krank wurden

Wie gesagt werden immer mehr kleine Leiden und Risikofaktoren zu Krankheiten erklärt. Wohl der erfolgreichste Weg, Menschen als krank zu erklären, ist das Verschieben von Grenzwerten. Dazu gehören Cholesterinwerte (siehe Bericht im «Albatros» Nr. 28), Bluthochdruck und all die weiteren Werte, die sich messen lassen.
Eine Blutdrucksenkung galt lange erst ab 160/100 als notwendig, diese Werte sanken dann in den 1990ern auf 140/90, und öfters liest man heutzutage, dass 120/80 als «normale» Werte gelten. An Medizinkongressen wurde sogar schon die Idee ausgesprochen, dass man doch am Besten alle Menschen vorsorglich mit Sartanen (Blutdrucksenkern) behandeln solle. Ein Multimilliardengeschäft (Sartane sind die teuersten Blutdrucksenker), das die Krankenkassen alleine vermutlich fast so viel kosten würde wie unser ganzes Gesundheitssystem derzeit zusammen.

Das Verschieben von Grenzwerten (aller Art) entscheidet über Nacht darüber, dass plötzlich 30 oder noch mehr Prozent aller Menschen krank sind – und für die Pharmafirmen, dass sie diesen Menschen Medikamente (die die Krankenkassen bezahlen müssen) verkaufen können. Dabei wurde ein effektiver Nutzen in Bezug auf diese tieferen Werte wissenschaftlich nie eindeutig nachgewiesen. Und z.B. beim Blutdrucksenken mehren sich die Hinweise, dass ein zu starkes Senken je nach Krankheit sogar schädlich ist.


Die am meisten verbreitete Krankheit heisst Diagnose

Korrupte Medizin - Die Pharmabranche benutzt immer öfter soziale Netzwerke, um mit fiktiven Kranken Werbung für «Krankheiten» und Medizin zu machen
Die Pharmabranche benutzt immer öfter soziale Netzwerke, um mit fiktiven Kranken Werbung für «Krankheiten» und
Medizin zu machen
Die Medizin macht zwar nur wenige Fortschritte in der Heilung von wirklichen Krankheiten, hingegen in der Diagnose hat sie in den letzten Jahrzehnten massive Fortschritte erzielt. Man kann heutzutage fast alles messen und vergleichen. Damit lassen sich natürlich auch sehr gute Geschäfte machen.
Unter anderem ziehen Blutdruck-, Cholesterin- und Osteoporose-Mess-Mobile durch das Land. Kostenlos kann man in solchen Mobilen seine Werte testen lassen. Eine nützliche Sache im Sinne der Vorsorge? Die Frage, wer diese Mobile sponsert, muss wohl nicht gestellt werden. Und siehe da: Die Erfolgsergebnisse sind überwältigend. Bis zu 50% all derer, die sich in diesen Mobilen kontrollieren lassen, verlassen das Mobil mit dem Wissen über irgendeinen angeblich erhöhten Risikofaktor, den sie unbedingt behandeln sollten. Selbstverständlich bietet man diesen «Kranken» auch gleich das passende Infomaterial über Medikamente und bevorzugte Arztpraxen an.
Check-ups jeder Art hat die Bevölkerung regelrecht liebgewonnen. Schliesslich sind sie kostenlos und helfen einem vermeintlich, gesünder zu werden. Doch das passiert mitnichten. Deshalb fordern die wichtigsten amerikanischen Ärztegesellschaften schon seit langem die Abschaffung der meisten Vorsorge-Check-ups. Diese Ärzte haben erkannt, dass Check-ups kaum etwas bringen, aber dass sie sehr viel Geld verschlingen, das somit für die Behandlung von wirklichen Krankheiten fehlt.

Diese Check-ups sind nur der Anfang. Durch Körperscanner (Computertomogramme usw.) lässt sich garantiert bei jedem Menschen etwas finden (das diesen aber kaum jemals belasten wird). Wird jedoch einmal etwas gefunden, lebt der Patient von nun an in Angst um seine Gesundheit – dies lässt sich gut zu Geld machen. Deshalb fordern einige Ärzte bereits auch Computerscans als allgemeine Vorsorgeuntersuchung.

Auch die fortschreitende Entschlüsselung und Analyse des Gencodes wird den Profit der «Krankheitsbranche» noch massiv erhöhen, denn absolut jeder Mensch trägt einige Gene in sich, die nicht der Standardnorm entsprechen. Diese praktisch immer harmlosen Abweichungen kann sich die Medizin «vergolden» lassen. Sie bergen zudem auch sehr grosse Gefahren in sich. Die Eugenik (auch als Rassenhygiene bekannt) ist massiv auf dem Vormarsch. Die schöne neue Welt lässt grüssen.

Natürlich steht ausser Frage, dass die Diagnose das wichtigste Instrument der Medizin ist. Denn nur wenn Symptome oder eine (effektive) Krankheit erkannt werden, können sie auch behandelt werden. Es wäre aber für die allgemeine Volksgesundheit ein unermesslicher Gewinn, wenn die Diagnose sich auf die effektiven Krankheiten konzentrieren würde.


Altern ist keine Krankheit!

Korrupte Medizin - Für Risiken und Nebenwirkungen lassen Sie sich möglichst viele Medikamente verschreiben
Für Risiken und Nebenwirkungen lassen Sie sich möglichst viele Medikamente verschreiben
Der menschliche Körper ist nicht für 100 oder mehr Jahre konzipiert. Ab einem gewissen Alter fängt vieles im Köper an, sich abzubauen. Es funktioniert nicht mehr alles so reibungslos wie in jungen Jahren. Dies kennen wir alle als einen normalen, natürlichen Prozess.
Die Pharmafirmen aber greifen zu üblen Tricks, um alle natürlichen Prozesse des Alterns als Krankheit darzustellen, damit sie Medikamente dagegen verkaufen können. Dabei besonders interessant für die Pharmafirmen sind natürlich die verschiedenen messbaren Werte wie Blutdruck usw. Nebenbei erwähnt: Als Normalwerte gelten die Werte von gesunden Menschen (das können z.B. Rekruten oder Sportstudenten sein). Somit liegen die Werte praktisch aller älteren (generell sehr vieler) Menschen über bzw. unter der Norm.
Auch nimmt die Knochendichte mit dem Älterwerden immer mehr ab. Da «muss» natürlich sofort ein Medikament gegen Osteoporose geschluckt werden, obwohl nie bewiesen wurde, dass die niedrigere Knochendichte zu mehr Brüchen führt.

Auch mit den Wechseljahren wird ein Riesengeschäft gemacht. Frauen und immer mehr auch Männern werden Hormone verschrieben, die zwar ein paar natürliche Symptome lindern können, deren effektiver Nutzen jedoch auch nie bewiesen werden konnte. Langzeitstudien mussten schon öfters infolge Nebenwirkungen wie Krebs, Herzinfarkten und Leberschäden vorzeitig abgebrochen werden. Das Fazit dieser Hormonbehandlungen bzw. ihr Nutzen? Dazu sagt Jörg Blech, der Autor des Buches «Die Krankheitserfinder», plakativ: Wenn Östrogene bzw. Testosteron gegen den Alterungsprozess helfen sollte, dann vielleicht nur, weil damit das Leben erheblich verkürzt wird.

Was sich trotz jahrelangem Lobbyieren von Pharmapropagandisten noch nicht durchsetzen konnte, ist, dass Falten eine Krankheit seien. Das Interesse dafür ist aber sehr gross, denn wenn Falten als Krankheit anerkannt werden, dann bezahlt bekanntlich die Krankenkasse die «Heilmittel» dagegen.


Wie kann dieser gesundheitsfeindliche Trend gestoppt werden?

Korrupte Medizin - Anstatt ständig in der Angst vor Krankheiten zu leben, geniessen Sie lieber die Zeit z.B. mit Ihren Enkelkindern
Anstatt ständig in der Angst vor Krankheiten zu leben, geniessen Sie lieber die Zeit z.B. mit Ihren Enkelkindern
Dass Pharmafirmen dies sicher nicht von sich aus tun, ist wohl klar. Auch die von Pharmafirmen bezahlten Politiker und Fachärzte werden «die Hand, die sie füttert, nicht beissen».
Es würde deshalb eine vollkommen unabhängige Instanz brauchen, die jede Krankheit dahingehend untersucht, ob es sich um eine echte oder um eine erfundene Krankheit handelt. Zudem müssten Krankheitserfinder und deren Nutzniesser nach dem Entlarven ihrer Pseudokrankheit massiv gebüsst werden.

Auch die Ärzte – damit meinen wir jetzt die ehrlichen Ärzte – könnten zum Aufklären gegen die erfundenen bzw. aufgebauschten Krankheiten helfen. Doch diese Ärzte kommen immer mehr unter Druck. Denn Ärzte, die ihre Patienten als gesund erklären und nach Hause schicken, können bald nicht mehr überleben (weil sie nichts verdienen). Dies wird sich kaum ändern, solange unmündige Menschen von einer «Krankheit» lesen oder hören und dann von Arzt zu Arzt gehen, bis ihnen einer die vermeintliche «Krankheit» bescheinigt und sie dagegen behandelt. Zudem hat unser «Krankheitswesen» einen gravierenden Fehler. Bei uns verdient ein Arzt umso mehr, je mehr er (ob notwendig oder nicht) therapiert und medikalisiert. In England z.B. verdient ein Arzt eine Pauschale pro Patientenkonsultation.

Somit liegt diese Aufgabe schlussendlich zum grossen Teil bei uns Menschen (Patienten). Anstatt sich vor jeder neu erfundenen oder aufgebauschten Krankheit zu ängstigen, sollte man lieber kritisch durchs Leben gehen und seine eigene Gesundheit mit Freude geniessen.


Schlussbemerkungen

Leider fehlt uns hier der Platz, um auch nur eine bescheidene Anzahl von erfundenen und hochstilisierten Krankheiten aufzuzählen, geschweige denn sie zu erklären. Sicher wird aber auch Ihnen z.B. die Schweinegrippehysterie noch in den Ohren nachklingen. Wir hoffen, dass wir Sie mit diesem Bericht gegenüber der nächsten «Krankheit», die Sie befallen hat, ein bisschen kritischer machen konnten. Vergessen wir nicht: Sich wohl und gesund zu fühlen ist nichts Falsches. Und gesunder Menschenverstand hilft gegen die meisten «Krankheiten».
Im nächsten Artikel der Serie «Korrupte Medizin» werden wir uns dem Thema «Krankheiten erfinden» bei Kindern widmen.

Korrupte Medizin - Literaturtipps


Hinweis:
Mit diesem Artikel wollen wir keinesfalls alle Krankheiten als eingebildet und alle diagnostischen Hilfsmittel als überflüssig abstempeln. Selbstverständlich gibt es viele echte und gravierende Krankheiten, wogegen die Medizin auch einige nützliche und sehr wichtige Medikamente und Therapien entwickelt hat. Wir wollen aber aufzeigen, dass die Menschen oft dazu missbraucht werden, die Kassen der Pharmafirmen zu füllen. Und ebenfalls, dass die Erfindung von angeblichen Krankheiten zu einer massiven Kostenexplosion im Gesundheitswesen geführt hat. Und zu guter Letzt sei nochmals erwähnt, dass dieses Geld deshalb für die Heilung von wirklichen Krankheiten fehlt.

Image Andreas Item

 Weiterführende Informationen:

Der erste Teil der Serie «Korrupte Medizin» im Albatros Nr. 27:
«Illegale Machenschaften des Pharma-Kartells»

Der zweite Teil der Serie «Korrupte Medizin» im Albatros Nr. 28:
«Wie die Pharmabranche Ärzte korrumpiert»

Die ZDF-Dokumentation «Das Pharma-Kartell» können Sie unter folgendem Link ansehen (leider nur in Deutsch verfügbar):
http://www.agstg.ch/Videos/ZDF-Frontal-21-Das-Pharma-Kartell.html

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober 2010 - Ist die Schweiz «Tierschutz-Weltmeister»?

Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober 2010
Ist die Schweiz «Tierschutz-Weltmeister»?

30. September 2010

Bonaduz (ots) Die Schweiz rühmt sich zu Recht des vielleicht besten Tierschutzgesetzes der Welt.
In diesem, sowie in der dazugehörenden Tierschutzverordnung, ist festgehalten, dass wir die Würde und das Wohlergehen der Tiere schützen. Dass wir Tierversuche nur durchführen, wenn sie einen effektiven Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt haben, und dass Tierversuche unzulässig sind, wenn sie kaum jemals zu einem Kenntnisgewinn führen. Im Weiteren steht darin, dass wir Tierversuche auf das sogenannte «unerlässliche» Mass beschränken, und ebenfalls, dass Tierversuche nur durchgeführt werden dürfen, wenn es für diesen Versuch keine tierversuchsfreie Testmethode gibt. Zudem ist festgehalten, dass der Bund eine tierfreundliche wissenschaftliche Forschung unterstützt, und darin insbesondere die Entwicklung, Anerkennung und Anwendung von Methoden, die Tierversuche ersetzen oder reduzieren.
Ein gutes Gesetz also, wofür wir uns zu Recht als «Tierschutz-Weltmeister» bezeichnen dürfen?

Die tägliche Anwendung dieses Gesetzes sieht leider anders aus:
  • Seit dem Jahr 2000 haben die Tierversuche in der Schweiz um 25% zugenommen
  • 44% (311 000 Tierversuche) wurden 2009 in der Grundlagenforschung durchgeführt. Davon wurden mehr als die Hälfte als belastend bis sehr belastend eingestuft. Diese Tierversuche wurden genehmigt, obwohl die Grundlagenforschung eine Forschung ohne absehbaren Nutzen darstellt
  • Alleine für die in der Schweiz gespritzten «Faltenkiller» (Botox®, Vistabel® und Dysport®) sterben jedes Jahr mehrere tausend Tiere einen grausamen Tod
  • Auch international anerkannte sogenannte «Alternativmethoden», die den Tierversuch nachweislich 1:1 ersetzen können, werden nicht eingesetzt, da der Tierversuch immer noch als Option erlaubt bleibt. Somit setzen viele Firmen und Universitäten aus Routine, aus Unwissenheit oder aus Angst vor Neuem trotzdem weiterhin Tierversuche ein
  • Der Bund unterstützt den Schweizerischen Nationalfonds jährlich mit etwa 280 Millionen Franken Steuergeldern für Projekte der medizinischen Forschung. Mit diesen Geldern werden zum grossen Teil Tierversuche finanziert. Demgegenüber beträgt die Unterstützung der Entwicklung tierversuchsfreier Forschungsmethoden weniger als eine Million

Dies sind nur einige wenige Beispiele des Ignorierens des Volkswillens, die aufzeigen, dass von unserem strengen Gesetz in der Praxis nicht mehr viel übrig bleibt.

Weshalb aber herrscht eine so grosse Diskrepanz zwischen dem Tierschutzgesetz und dessen Umsetzung?
Die Politiker, die für die praxisgerechte Umsetzung des Gesetzes zuständig sind, zeigen kaum Interesse am Tierschutz. Denn der Tierschutz hat keine milliardenschwere Lobby, die den Parlamentariern in der Wandelhalle Geschenke verteilt und ihnen dabei die gewünschte Politik einflüstert. Die Wandelhalle ist leider zum Treffpunkt für schmutzige Geschäfte verkommen.
Das Desinteresse der Politiker zeigt sich auch in der Parlamentarischen Gruppe für Tierschutz. Diese wird von Nationalrätin Maya Graf geleitet und setzt sich aus Mitgliedern der beiden Räte sowie aus Vertretern des Tierschutzes zusammen. Letztes Jahr wurde die Gruppe aufgelöst, da meistens nur ein, zwei Politiker an diesen Treffen teilnahmen.
Somit hat der Tierschutz eine seiner letzten – wenn auch schwachen – Stimmen in Bundesbern verloren.
Das schweizerische Volk, das sich dem Tierschutz verpflichtet fühlt, wird somit immer mehr betrogen!

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Politik auf, den Volkswillen zum Tierschutz ernst zu nehmen und das Tierschutzgesetz dementsprechend auch umzusetzen. Tierschutz und wissenschaftlicher Fortschritt schliessen sich nicht aus, im Gegenteil! Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind ein Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche. Immer mehr wissenschaftliche Studien beweisen, dass der medizinische Fortschritt durch Tierversuche behindert wird. Hingegen könnte man mit tierversuchsfreien, sicheren Testmethoden die Schweiz zu einem weltweit führenden Forschungsstandort gestalten und Krankheiten wirksamer bekämpfen.

Der Welttierschutztag geht auf den heiligen Franziskus von Assisi zurück, der das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und als Bruder des Menschen ansah. Nach seinem Tod wurde der 4. Oktober zum Tag des Gedenkens an diesen grossen Freund der Tiere. An diesem Tag weisen deshalb jedes Jahr weltweit Tierschützer auf die Leiden der Tiere hin.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen über Tierversuche und über die AG STG finden Sie unter:
http://www.agstg.ch

Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für eine innovative, zukunftsorientierte Forschung und eine Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten im Vordergrund stehen.

Gesund zu sein ist keine Krankheit

Dass heutzutage die Krankheitsindustrie so erfolgreich ist (nicht im Heilen, sondern im Gewinnemachen), liegt an der Kreativität der nach Geld gierenden Pharmaindustrie. Denn ihr Erfolg, dass immer mehr Menschen «krank» sind, liegt zum grossen Teil an uns Menschen, die sich oft allzu einfach manipulieren lassen. Dies nutzen die Marketingabteilungen der Pharmafirmen schonungslos aus und schicken Medizinjournalisten Medienmitteilungen über die «Entdeckung» einer Krankheit und ihre «immensen Gefahren». Diese Mitteilung wird dann praktisch immer unkritisch in den Medien wiedergegeben. Kaum sind die Artikel veröffentlicht, melden sich schon Tausende, die angeblich an dieser Krankheit leiden oder Angst davor haben, dass sie diese Krankheit bekommen könnten. Ein gefundenes Fressen für die Krankheitserfinder.

Dies ist ein hässliches und skrupelloses Spiel mit der Angst von uns Menschen. Mich persönlich bedrohen neben Epidemien, Pandemien und Hysterien sicher weit mehr als ein Dutzend der unzähligen Krankheitsrisikofaktoren. Ich könnte mir nun sagen: Zum Glück gibt’s die Krankheitsindustrie, die auch noch den unmöglichsten Verdacht auf eine vielleicht irgendwann einmal mögliche Gefahr findet und mich dann mit einer Tüte voller Medikamente nach Hause schickt. Aber wäre ich danach wirklich glücklich, und, vor allem, wäre ich damit gesünder? Glücklich und gesund wäre mit Sicherheit die Krankheitsindustrie, wenn ich als einer, der lebenslang Pillen schluckt, ihrem optimalen Weltbild entsprechen würde.
Nebenbei gefragt: War früher einmal nicht das Heilen von Krankheiten – anstatt der Panikmache vor Risikofaktoren und Symptomen – der Anspruch der Medizin?

Ich muss zugeben, dass es uns die Handlanger der Krankheitsindustrie in Politik, Medien und Gesellschaft absolut nicht einfach machen, uns selbst gesund zu fühlen.
Aber ich versuche, mich nicht von jeder Paranoia und jedem Schauermärchen beeinflussen zu lassen. Ich nehme aussergewöhnliche Symptome durchwegs auch ernst. Aber zuerst analysiere ich diese und überlege mir danach, ob sie wirklich gefährlich sind und, wenn ja, ob ich vielleicht an meinem Lebensstil etwas ändern könnte, um sie wieder loszuwerden. Selbstverständlich aber gehe auch ich, wenn es mir unumgänglich erscheint, zum Arzt.

Machen wir es uns doch als Weihnachtsgeschenk, dass wir nicht einfach zu willenlosen Pillenschluckern verkommen, sondern unsere Gesundheit (soweit möglich) selbst in die Hand nehmen. Lassen wir uns nicht von jeder Hysterie anstecken und schenken wir uns zu Weihnachten eine gesunde Portion Urvertrauen und Eigenverantwortung. Und erinnern wir uns immer daran, dass gesund zu sein keine Krankheit ist.

Andreas Item

Quellenangaben: Vivisektion in Freiburg - Absurde Wissenschaft

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