Erfolg im Kampf gegen Botox-Tierversuche - Bald 600 000 Tierversuche weniger pro Jahr

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Erfolg im Kampf gegen Botox-Tierversuche -
Bald 600 000 Tierversuche weniger pro Jahr

29. Juni 2011, Bonaduz

Der US-amerikanische Konzern Allergan Inc. erhielt von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) die Zulassung für einen vollständig zellbasierten In-vitro-Test für die Sicherheitsprüfungen von Botox®. Derzeit werden für die Sicherheitsprüfungen von Botulinumtoxin-Produkten (Wirkstoff von Botox®) jährlich gegen 600 000 Tierversuche durchgeführt. Mit dem zugelassenen In-vitro-Test können laut Allergan bereits in den nächsten drei Jahren 95% oder mehr der Tierversuche für Botox® und Botox®Cosmetic ersetzt werden.

Der jahrelange intensive Kampf von Tierversuchsgegnern gegen Botox-Tierversuche zeigt Erfolg. In den letzten Jahren hatten wir Allergan Inc. kaum eine Ruhepause gegönnt. Allergan reagierte auf die massiven Proteste und investierte Millionen in die Erforschung und Entwicklung eines tierfreien In-vitro-Testverfahrens zur Prüfung ihrer Botox®-Produkte. Botulinumtoxin-Produkte werden mehrheitlich im kosmetischen Bereich eingesetzt.
«Wir sind hoch erfreut über diesen Erfolg. Dadurch werden Millionen Tiere vor einem grausamen Tierversuch gerettet», sagt dazu Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, und ergänzt: «Und auch für die Menschen haben innovative, tierversuchsfreie Testsysteme viele Vorteile. Diese erhöhen massiv die Sicherheit im Vergleich zur  unzuverlässigen Testmethode Tierversuch.»

Der Test wurde in den USA per sofort für die Überprüfung der Stabilität und der Wirksamkeit von Botox®-Produkten der Firma Allergan Inc. zugelassen. Sobald die Zulassungsbehörden in anderen Ländern den Test ebenfalls genehmigen, steht dem Ende von Tierversuchen für Botulinumtoxin-Produkte nichts mehr im Weg. Allergan Inc. verhandelt bereits mit anderen Behörden und Herstellern über den Einsatz dieses Tests.

Für die Testung von Botulinumtoxin-Produkten wird gegenwärtig der LD-50-Test angewandt. Bei diesem Test wird verschiedenen Gruppen von Mäusen eine Dosis des Wirkstoffs gespritzt und dann beobachtet, wie lange es dauert, bis die Tiere «kläglich verrecken». Mit diesem Test wird die Dosis ermittelt, bei der 50% aller Tiere sterben.
Botulinumtoxin ist eines der stärksten Gifte der Welt. Infolge natürlicher Schwankungen in der Intensität des Wirkstoffs muss jede einzelne Produktionseinheit getestet werden. Dies führt weltweit zu jährlich geschätzten 600 000 Tierversuchen für Botulinumtoxin-Produkte.
Trotzdem wurden und werden immer wieder neue gravierende Nebenwirkungen festgestellt. Dies weil der Tierversuch keine zuverlässige Aussage zulässt. Laut Allergan Inc. hat der von ihnen entwickelte In-vitro-Test viele Vorteile gegenüber dem Tierversuch. Diese Systeme sind mittelfristig kostengünstiger und schneller. Allergan schreibt zu den Vorteilen des tierfreien In-vitro-Tests: «Dazu zählt das Potential für eine höhere Präzision und Konsistenz in der Stabilität und Wirksamkeitsprüfung, so dass dies ein bedeutender Durchbruch für die Wissenschaft sowie für die Herstellung von Neurotoxinen ist.»

Schon seit vielen Jahren kritisiert die AG STG, dass die Zuverlässigkeit von Tierversuchen äusserst gering ist. Tierversuche führen wegen unvorhergesehener Nebenwirkungen (infolge Nichtübertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen) zu jährlich mehreren hunderttausend Todesfällen. Deshalb fordert die AG STG die massive Förderung der Entwicklung und des Einsatzes tierfreier Testsysteme wie im aktuellen Fall In-vitro-Systeme. Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind ein klarer Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche.
Die AG STG fordert endlich ein Umdenken in Politik und Forschung. Will die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Forschungsnationen gehören, müssen wir uns vom Tierversuch verabschieden und den Weg frei machen für eine am Menschen orientierte und für die Menschen nützliche Forschung.

Die Medienmitteilung von Allergan Inc. finden Sie unter: http://agn.client.shareholder.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=587234

Weitere Informationen über Botox finden Sie unter: http://www.agstg.ch/botox.html

Kontaktdaten nur in der Original-Medienmitteilung

Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.

Eine Stimme für die Tiere

Und wieder werden wir an allen Strassenecken, über die Medien und durch Überfälle auf unsere Briefkästen mit Wahlwerbung belästigt. Wunderschön verpackt übertreffen sich die Politiker in Wahlversprechen und verschaukeln uns regelrecht, indem sie uns Volksnähe vorgaukeln. Doch die Enttäuschung lässt nie lange auf sich warten. Vor der Wahl ist leider nicht nach der Wahl, und so vergessen die Politiker regelmässig ihre Versprechen an die Wähler.

Doch ich will nicht unfair sein: Es gibt auch einige Politiker, die sich wirklich für die Interessen des Volkes einsetzen wollen. Doch wer macht eigentlich die Politik? Etwa die Politiker? Hand aufs Herz: So blauäugig sind wir nun auch nicht.
Politik und ihre Entscheidungen werden von Lobbyisten, von finanziell starken Interessenverbänden gemacht. Sei dies z.B. über den direkten Einfluss auf Parteien und Politiker oder durch ihren starken Einfluss auf die Medien. Und sollte doch mal ein Politiker das Volk vertreten wollen, dann werden ihm in einer Fraktion die «Flügel gestutzt».
Das Restliche tun dann sogenannte «Expertengremien» und «Fachkommissionen», die den Politikern sagen, welche Meinung zu vertreten ist. Wer in diesen Kommissionen Einsitz nimmt und wer diese schlussendlich finanziert, das muss an dieser Stelle wohl kaum erwähnt werden. Der gestrandete (oder gestandene?) Politiker ist damit zum Abnicker und Jasager degradiert worden.

Es ist wohl nicht möglich, zu verbergen, dass ich enttäuscht bin über die herrschende Classe politique und deren Ignoranz gegenüber den Abertausenden tierliebenden Schweizerinnen und Schweizern. Aber wenn ich wählen gehe, dann möchte ich nicht Politiker, sondern Volksvertreter wählen können. Wozu sollte ich sonst wählen?

In dieser Ausgabe stellt sich die neu gegründete Tierpartei Schweiz (TPS) vor.
Zugegeben: Diese Partei ist noch sehr jung und unerfahren. Auch Gedanken über parteipolitisches Kalkül («Stimmen verschwenden») sind berechtigt. Doch müssen wir uns dabei auch fragen: Haben die Tiere aktuell durch irgendeine der etablierten Parteien eine Stimme in Bern?
Eines, und das ist mir sehr wichtig, haben dafür die Kandidaten der Tierpartei im Gegensatz zu anderen Kandidaten. Sie sind sich und ihren Idealen treu und möchten sich in Bern für die Schwächsten in unserer Gesellschaft einsetzen.
Und was alles andere betrifft, dazu möchte ich Ihnen einen Werbeslogan einer Computerfirma ans Herz legen: «Die, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun.»
Geben wir der Tierpartei doch eine Chance und am 23. Oktober 2011 unsere Stimme.

  Andreas Item