Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner – www.agstg.ch
Petitionsübergabe «Nein zu Tierqual-Kosmetik» an EU-Botschafter Reiterer
11. November 2011, Bonaduz
Heute, am 11. 11. 11, überreichten Engel mit blutigen Tränen in den Augen EU-Botschafter Michael Reiterer 11 111 Unterschriften für ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetik. Die Unterschreibenden appellieren an das Europäische Parlament, dass dieses an der Kosmetikrichtlinie (2003/15/EC) festhalte und damit wie vorgesehen ab 2013 in der EU Tierversuche für Kosmetikrohstoffe verbiete. Die Tierrechtler der AG STG lobten die EU für ihr Engagement gegen Tierversuche in der Kosmetikbranche. In der Schweiz gibt es nicht einmal ein Verbot für das Testen der Endprodukte.
EU-Botschafter Michael Reiterer empfing die Engel der AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) persönlich in der EU-Delegation in Bern. Er begrüsste den Einsatz der Tierrechtler und zeigte in einer kurzen Ansprache Verständnis für deren Forderungen, die er selbstverständlich dem Europäischen Parlament übermitteln werde. Botschafter Reiterer betonte: «Die EU nimmt den Tierschutz sehr ernst. Ausdruck davon ist die Pionierrolle der EU beim Verbot von Tierversuchen für Kosmetika. Selbst wenn es im Einzelfall noch zu einer Verzögerung des Vermarktungsverbotes kommen sollte, wird die EU-Politik hier auch international eine Signalwirkung haben.»
Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, bestätigt: «Die Schweiz beweist oft, dass sie ein innovatives und zukunftsweisendes Land ist. Betreffend Tierschutz und medizinische Wissenschaft hingegen verhält sich die Schweiz, gelinde gesagt, eher zögerlich. Insbesondere in puncto Tierversuchen für Kosmetik ist die EU schon einige Schritte weiter.»
Lange Zeit betonten Schweizer Behörden, dass wir kein Verbot von Tierversuchen für Kosmetik brauchen, da solche Versuche gar nicht bewilligt würden. Die Tierversuchsstatistik 2010 zeigte jedoch ein anderes Bild. Erstmals seit vielen Jahren wurden in der Schweiz wieder Tierversuche für Kosmetik durchgeführt. Dies sieht die AG STG als absolut nicht akzeptabel an und fordert die Schweiz auf, auch in diesem Bereich mehr Mut zu zeigen und ein Vorbild für andere Nationen zu sein.
Andreas Item erklärt weiter: «Auch wenn es sich bei den Schweizer Kosmetik-Tierversuchen nur um wenige Tests handelt: Wer gibt uns die Garantie, dass, wenn in der EU Tierversuche für Kosmetik verboten sein werden, nicht plötzlich wieder mehr dieser grausamen und sinnlosen Tests in der Schweiz durchgeführt werden?»
«Für meine Creme und meinen Haushaltsreiniger sollen keine Tiere leiden müssen!» Dies wünschen sich immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten. Kosmetik-Endprodukte sind meist tierversuchsfrei. Denn der Verkauf von im Tierversuch getesteten Kosmetik-Fertigprodukten ist in der EU verboten. Diesen Gesetzen müssen sich auch Schweizer Firmen anpassen.
Was viele Firmen jedoch nicht kommunizieren: Für die einzelnen Inhaltsstoffe ihrer
Produkte wurden und werden sehr viele Tierversuche gemacht. Dabei handelt es sich nach Schätzung der AG STG weltweit um jährlich mehrere hunderttausend Tierversuche!
Diesem Missstand tritt die AG STG mit dieser Petition und ihrer neuen Plattform entgegen. Sie hat eine Auflistung tierversuchsfreier Kosmetik, Haushalts- und Reinigungsmittel von in der Schweiz erhältlichen Produkten aufgebaut und stellt diese Daten aktuell aufbereitet und transparent jedem zur Verfügung.
Weiterführende Informationen:
Ausführliche Informationen über Tierversuche für Kosmetik sowie über tierversuchsfreie Kosmetik, Haushalts- und Reinigungsmittel finden Sie unter: http://www.kosmetik-ohne-tierversuche.ch
RICHTLINIE 2003/15/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 27. Februar 2003 zur Änderung der Richtlinie 76/768/EWG des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über kosmetische Mittel:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2003:066:0026:0035:de:PDF
Kontaktdaten nur in der Original-Medienmitteilung
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Weitere Fotos von der Petitionsübergabe: