«Spenden für Erfolgsmeldungen»

Liebe Tierversuchsgegnerinnen und Tierversuchsgegner

Dank der AG STG wurden diesen Mai die Affenversuche in Zürich vom kantonalen Verwaltungsgericht weiterhin für rechtswidrig erklärt. Die Affenversuche der Uni sowie der ETH Zürich wurden 2006 vom kantonalen Veterinäramt bewilligt. Bei dem einen Projekt ging es um die Entwicklung leistungsfähigerer Computer, beim anderen Projekt um eine mögliche Verbesserung der Therapie nach Schlaganfällen. Wegen besonderer Grausamkeit und verhältnismässig geringem möglichen Nutzen, sind diese beiden Versuche per Gesetz abgebrochen worden und nun auch in zweiter Instanz abgeblitzt. Überhaupt wurden dank der zahlreichen Interventionen der AG STG die Tierversuche seit den 80er Jahren stark reduziert. Tierversuche für Kosmetika, Haushaltsartikel sowie Tabakwaren, immer mehr reduziert worden. Auch ist es der AG STG zu verdanken, dass immer mehr Tierversuche durch sog. tierversuchsfreie Testmethoden ersetzt werden. Selbstverständlich ebenfalls dank der AG STG nehmen Artensterben und Klimakatastrophe, Ausbeu …

… Sie glauben sich im «falschen Film zu befinden»?
Das geht mir auch so.
Wie viele unzählige Male haben Sie solche «Erfolgsmeldungen» in Spenden- und Bettelbriefen schon gelesen? Was alles bereits erreicht wurde und mit Ihrer weiteren Spende kurz vor dem Erreichen steht? Das Rezept, mit dem Wechselspiel zwischen Erfolgs- und Schreckensmeldungen zu mehr Spendengeldern zu gelangen, funktioniert - der Erfolg gibt diesen Organisationen recht. Dieses Spiel mit den Gefühlen der potentiellen Spender lernt man heutzutage in den Grundkursen des Non-Profit-Marketings.
Sicher es ist wichtig, dass über Erfolge berichtet wird, das gibt wieder Hoffnung und  Motivation. Auch müssen Schreckensbilder die Welt umkreisen, damit jeder sehen kann, wofür er mitverantwortlich ist. Wir Vereine dürfen jedoch nicht einfach diesen populistischen Weg gehen nur um der Spendengelder willen. Sicher, auch die AG STG lebt von Spendengeldern. Aber wir  kommen lieber mit etwas weniger Geld aus, als dass wir Ihre Spenden einfach für die weitere Geldvermehrung, anstatt für wichtige Tierrechtsarbeit, einsetzen.

Erfolge bedingen im Kampf gegen die Tierausbeutung meistens Jahre-, ja Jahrzehntelanger Aufklärungs- und Lobbyarbeit. Erfolge sind meistens das Ergebnis von verschiedenen Kampagnen, verschiedener Organisationen.
Unterstützen sie nicht einfach Erfolgsmeldungen der Vereine, die diese am lautesten herausposaunen und die immer zur Stelle sind, wenn es darum geht, sich mit Erfolgen zu schmücken. Unterstützen Sie auch die kleineren Vereine und Einzelkämpfer, die auf jeden Fall mindestens so wichtige Tierrechts-, Hintergrund- und Aufklärungsarbeit leisten.

Andreas Item