Wohl besser erst mal ein flauschiges Stofftier

«Die Kinder wollen jetzt doch lieber ein ...» oder «Es ist nicht stubenrein» oder «Es bleibt tagsüber einfach nicht ruhig, wenn es alleine zuhause ist». Das ist nur eine kleine Auswahl von «Argumenten», mit welchen in der Geschenkrückgabezeit (zwischen 27. Dezember und 27. Januar) die herzigen, flauschigen Fellknäuel wieder zurückgebracht werden.
Natürlich aber musste es ein junges, schnuckeliges Kätzchen, Hündchen oder was auch immer vom Züchter oder aus dem Tierhandel sein. Denn die Kinder wollten schliesslich unbedingt genau «so eins» haben. Doch wir wissen, dass man den Kindern daraus nicht wirklich einen Vorwurf machen kann. Um sich am Strahlen der Kinderaugen zu erfreuen, kaufen Eltern oft ohne gross zu überlegen das gerade aktuell gewünschte Haustier.
Ein Haustier bedeutet in erster Linie viel Zeit fürs Pflegen, Gassigehen, um Kistchen oder Stall zu putzen... Und nicht zu vergessen: Es verursacht für Futter, Tierarzt usw. auch schnell mal hohe Kosten.
Kurz und bündig: Ein Haustier bedeutet Verantwortung. An dieser Stelle wenden nun einige ein, dass die Kinder eben mit einem eigenen Haustier Verantwortung lernen werden. Aber Hand aufs Herz: Hilft das eigene Kind wie gewünscht im Haushalt mit? Macht es zuverlässig seine Hausaufgaben? Kann man sich darauf verlassen, dass es wie versprochen nach der Schule noch beim Einkauf hilft? Nein? Und nun, damit es Verantwortung lernt, versuchen wir es mit einem Haustier?
Denken wir immer daran: So schwierig es ist, strahlenden Kinderaugen zu widerstehen – ein Tier, ob Katze, Hund, Kaninchen, Ratte, Maus, Fisch, Schildkröte, Vogel, ist ein fühlendes und empfindendes Lebewesen und wünscht sich nichts mehr als ein «schönes» Leben.

Natürlich gilt das Geschriebene auch für Erwachsene. Wie schnell ist ein Haustier verschenkt oder angeschafft. Jedoch haben wir uns vorher wirklich die immense Verantwortung bewusst gemacht?
Ich hatte mir diese Fragen ernsthaft gestellt und kam zum Schluss, dass ich mir schlicht zu wenig Zeit für ein eigenes Haustier nehmen würde. Es gibt Momente, in denen ich das sehr bedaure. Aber da ich die Interessen des Tiers über meinen Wunsch nach einem Haustier stelle, kann ich diesem Wunsch nicht nachgeben.
Was man aber tun kann, ist z.B., ab und zu mit einem Hund aus dem Tierheim spazieren zu gehen, oder man kann auch ein Patentier unterstützen. Und wenn man dann irgendwann doch sicher ist, dass man einem lieben Tier ein Heim bieten möchte, dann sollte man auf jeden Fall in einem Tierheim das passende Tier suchen. Und für den Kuschelwunsch der Kinder schenken wir ihnen wohl besser erst mal ein flauschiges Stofftier.

  Andreas Item