Forschung für oder auf Kosten von Leben?

4% sind kein Erfolg. 4% bedeutet, dass bei jedem 25. Menschenversuch die gleichen Ergebnisse erzielt werden wie beim vorangehenden Tierversuch. Dies bedeutet, dass bei 24 von 25 Menschenversuchen die Testpersonen von Glück sprechen können, wenn sie keine massiven irreparablen Schädigungen erlitten haben.
Entsteht somit aber dank Tierversuchen immerhin aus jedem 25. darauffolgenden Menschenversuch ein Medikament? So kann man nicht rechnen. Jeder 25. Versuch ein Treffer, das ist das Gesetz des Zufalls. Wenn ich mit verbundenen Augen 25 Pfeile auf eine Darts-Scheibe werfe, dann habe ich garantiert auch einmal getroffen.

Dies könne man nicht so einfach miteinander vergleichen? Medizinische Forschung sei komplexer, und man müsste sie eher mit einem Sechser im Lotto vergleichen? Vielleicht ja. Aber bei 4% der Versuche die gleichen Ergebnisse erzielt zu haben, bedeutet ja auch nicht das Erreichen eines Durchbruchs in der Medizin. In Tat und Wahrheit ist die Erfolgsquote in der medizinischen Forschung sogar noch viel tiefer als die beim Lottospielen.

Wenn ich 25-mal Lotto spiele, dann stehen die Chancen sehr gut, dass ich dabei einen Gewinn habe – einen Dreier. Ein Dreier, angewandt auf die Medizinforschung, heisst schlicht: dieselben Ergebnisse erreicht. Daraus wird aber nicht einmal ein weiteres identisches Medikament (somit ohne Mehrnutzen für Patienten) auf den Markt kommen.
Für einen Sechser im Lotto muss man schätzungsweise fünf Millionen Spiele machen. Jedoch nicht mal mit fünf Millionen Tierversuchen wird ein Durchbruch in der Medizin erreicht. Sonst würden aus den weltweit jährlich ca. 130 Millionen Tierversuchen jedes Jahr 26 Durchbruch bringende Medikamente entwickelt. Wenn dem so wäre, dann wären alle grossen Krankheiten längst heilbar.

Die effektive Erfolgsquote in der tierversuchsbasierten Medizinforschung liegt vielleicht bei 0,0000000...1%. Doch nein, auch dies ist noch zu hoch gegriffen. Denn die Entdeckung von potentiellen Wirkstoffen passiert meist in der klinischen Forschung und Beobachtung, in In-vitro-Selektionen und auch recht oft schlicht durch Zufall. Tierversuche werden aus gesetzlichen Gründen daraufhin einfach nachgeschoben.
Man kann also sagen, dass kaum ein einziger Wirkstoff auf dieser Welt dank Tierversuchen entdeckt und entwickelt wurde. Und die wenigen Zufallserfolge hätte man mit anderen Forschungsmethoden ebenfalls erreicht. Somit bleibt nur noch eine Zahl übrig für die effektiven medizinischen Erfolge dank Tierversuchen, und diese Zahl ist eine Null.

autor Andreas Item